Digitalisierung im Pflege- und Gesundheitswesen verständlich gemacht
Von Michael Klösch, B.Sc., MScN, M. A.
Hintergrund
Das Pflege- und Gesundheitswesen sieht sich mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert. Der demografische Wandel geht beispielsweise gleichzeitig mit einem Anstieg chronisch-degenerativer Erkrankungen einher. Daraus resultierende Ansprüche an die pflegerisch-medizinische Versorgung spiegeln sich mitunter in dem partizipativen Behandlungsprozess wider, welcher nun auch zunehmend von Patient*innen sowie deren Angehörigen eingefordert wird. Dem gegenüber stehen teilweise unausgewogene Patient*innen-Personal-Schlüssel, eine reduzierte Verweildauer in Krankenhäusern sowie eine gesteigerte Verlagerung der pflegerisch-medizinischen Versorgung in Richtung privates Setting. Unabhängig davon nehmen Umstrukturierungen der Versorgungslandschaft, Politik, Qualitätssicherung, die Implementierung neuer Behandlungsmethoden oder -prozesse anhaltend Einfluss auf das Pflege- und Gesundheitswesen.
Um angeführten Herausforderungen und damit einhergehenden Gegebenheiten im Pflege- und Gesundheitswesen adäquat begegnen zu können, wird international die Digitalisierung als eine der zentralen Lösungsstrategien kommuniziert. Studien aus unterschiedlichen Settings verweisen auf ein breitgefächertes Anwendungspotenzial, welches sämtliche Ebenen im pflegerisch-medizinischen Versorgungsprozess tangiert. Hervorzuheben ist jedoch, dass sich Digitalisierung im Zusammenhang mit Gesundheit beziehungsweise Krankheit unterschiedlich auslegen lässt. Uneinheitlicher Sprachgebrauch, Setting, Nutzer*innen, Politik, gesetzliche Parameter sowie der digitale Fortschritt an sich können darauf Einfluss nehmen.
Das Buch „Digitalisierung im Pflege- und Gesundheitswesen. Grundlagen, Erfahrungen und Praxisbeispiele“ bietet Orientierung
Auf Basis dieser Erkenntnisse, in Zusammenhang mit wesentlichen Herausforderungen und Gegebenheiten im Pflege- und Gesundheitswesen, erfolgte eine eigens erarbeitete Unterteilung von Digitalisierung im Pflege- und Gesundheitswesen. Die daraus resultierenden Anwendungsbereiche wurden mit internationalen Projekten, Produkten und Konzepten näher aufbereitet. Insbesondere werden die nachfolgend angeführten Anwendungsbereiche im Kontext unterschiedlicher Settings, Nutzer*innen, Krankheitsbilder und Technologien fokussiert, wobei auch themenspezifische Hintergrundinformationen Einzug fanden.
- Telecare
- Telemedizin
- Elektronische Gesundheitsakte
- Gesundheitsportale
- Patientenzentrierte Applikationen im Kontext Selbstversorgung
- Mobile Health
- Online-Apotheken
- Systeme im Kontext Organisations- und Wissensmanagement
- Internetmedizin
- Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen
- E-Learning
Das Buch zielt somit darauf ab, dem Megatrend Digitalisierung im Pflege- und Gesundheitswesen auf eine differenzierte Art und Weise zu begegnen. Die Inhalte richten sich sowohl an pflegerisch-medizinisches Fachpersonal (akademisierte und diplomierte Pflegekräfte, Pflegefachassistenz oder Pflegeassistenz, Mediziner*innen, Diätologen/Diätologinnen etc.) als auch an Auszubildende (z. B. Bachelor-, Master- oder PhD-Studierende). Der Schwerpunkt bei den angeführten Themen liegt jedoch immer wieder auf der professionellen Gesundheits- und Krankenpflege. Die dargelegten Erkenntnisse basieren auf Literaturrecherchen in internationalen Datenbanken, Bibliotheken sowie dem Internet im Allgemeinen. Anhaltende Diskussionen zwischen den Autor*innen trugen ebenso zur Konsensfindung bei.
Zentrale Buchinhalte
- Themenhintergrund und -relevanz
- Begriffsbestimmungen und -gegenüberstellungen
- Übersicht bestehender Klassifikationen und Präsentation eines neuen Klassifikationsansatzes
- Zahlreiche internationale Erfahrungswerte und Praxisbeispiele
- Strategien zur Steigerung der Technikakzeptanz
- Ethik im Kontext E-Health-Anwendungen
- Change-Process am Beispiel Pflegedokumentation
- Genderaspekte und Digitalisierung
Michael Klösch
Michael Klösch, B.Sc., MScN, M. A., absolvierte das Bachelorstudium Allgemeine Gesundheits- und Krankenpflege sowie zwei Masterstudiengänge in den Bereichen Pflegewissenschaft und Management von Gesundheits- und Sozialeinrichtungen. Während der Arbeit an diesem Buch arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Pflegewissenschaft und -praxis der Paracelsus Medizinische Privatuniversität in Salzburg. Zudem fungierte er als Autor in wissenschaftlichen Publikationen sowie als externer Lehrbeauftragter an Fachhochschulen und arbeitete freiberuflich u. a. an E-Learning-Plattformen, elektronisch gestützten Lichtrufanlagen und der Erstellung von Edukationsvideos im intramuralen Setting. Zurzeit ist er als Produktmanager im Pflege- KIS-Segment einer internationalen Firma tätig.
Empfehlung des Verlags
Das Fachbuch „Digitalisierung im Pflege- und Gesundheitswesen“ bietet eine übersichtliche Systematik gängiger Digitalisierungsbereiche im Pflege- und Gesundheitswesen. Die Autor_innen fassen studienbasiert internationale Erfahrungswerte und legen einem Fokus auf die Pflege mit entsprechenden Beispie…
Das könnte Sie auch interessieren
Wie man Digitale Gesundheitsanwendungen effektiv in die Behandlung integrieren kann
Mit dem Kartenfächer "77 Impulse für das Arzt-Patientengespräch mit DiGA" von Dr. Alexandra Widmer können Ärztinnen und Ärzte sicher zu DiGA zu…
Smarte Medizin
Welche Chancen und Risiken bietet die Digitalisierung in der Medizin? Wie ist der Status Quo? Alice Martin und David Matusiewicz geben Auskunft.