Glossar zu elektronischem Publizieren

Dieses kleine Glossar soll Ihnen einen ersten Überblick über die Vokabeln des elektronischen Publizierens im Buch- und Zeitschriftenbereich geben. Wir haben die Erklärungen bewusst kurz gehalten und möchten die Liste stetig erweitern und aktualisieren.

Altmetric Score
Der Altmetric™ Score bildet ein möglichst breites Spektrum an Reaktionen im Web zu einer wissenschaftliche Veröffentlichung ab. Dabei werden Aktionen in Blogs und in sozialen Netzwerken (Twitter, Facebook, u.a.) gemessen, sowie z. B. Zitierungen auf Wikipedia oder Lesezeichen in Referenz-Managern. 

APC (Article Processing Charge)
Die Veröffentlichung eines wissenschaftlichen Artikels und seine Online-Verfügbarkeit beinhalten viele Schritte, Kosten und Gemeinkosten. Im traditionellen Abonnement- oder Subskriptionsmodell werden diese Kosten von den Lesern und Abonnenten getragen, die zahlen, um die Artikel und das Journal zu lesen. Innerhalb einer Open-Access-Veröffentlichung wird dann eine "Artikelverarbeitungsgebühr" erhoben - eine Publikationsgebühr, die in der Regel von einem Autor, dessen Institution oder einer Stiftung bezahlt wird. Dann kann der Inhalt kosten- und barrierefrei online gelesen werden.
Siehe auch à Hogrefe OpenMind; Open Access

Clinical Handbook of Psychotropic Drugs  – CHPD Online 
Das Standardwerk "Clinical Handbook of Psychotropic Drugs" als Online-Version [Englisch].

Crossref
Eine offizielle DOI-Registrierungsagentur, die im Jahr 2000 als gemeinnützige Organisation gegründet wurde, mit dem Ziel, eine dauerhafte Verlinkung von Referenzen in Online-Publikationen zu ermöglichen. Hogrefe war ein der frühen Mitglieder von Crossref. 
Siehe auch à DOI

Datenbanken und Indexing Services
Verschiedene, teilweise fachbezogene Datenbanken versammeln die bibliografischen Daten der Artikel und Zeitschriften und/oder Bücher. Hogrefe meldet Zeitschriften z.B. an Datenbanken wie EMCare, Medline, Psyndex, PsyJournals, Scopus u.v.m, wobei Sie die vollständigen Information auch bei der jeweiligen Zeitschrift unter „Gelistet in“ finden.

Deeplink
Unmittelbarer direkter Link zu etwa einem eBook oder Artikel, nicht zur übergeordneten Homepage.

Discovery Service
Zusammenführung von verschiedenen Datenquellen, die mit Suchmaschinentechnologien z.B. in Bibliothekssystemen und verlagübergreifenden Plattformen erschlossen werden.

DOI (Digital Object Identifier)
Eindeutiger und dauerhafter digitaler Identifikator mit direktem Link hauptsächlich für elektronische Publikationen, wie Zeitschriften(-Artikel) und eBooks.

Dorsch – Lexikon der Psychologie (online)
Der Dorsch Online ist die Portallösung zum Standardwerk, das eine umfassende Orientierung über Grundlagen, Konzepte und Begriffe der Psychologie ermöglicht. Mit umfangreichen Such- und Filteroptionen und zahlreichen Verlinkungen zu weiterführenden Inhalten.12 500 Stichwörter von über 600 Fachautoren mit 1200 Topstichwörtern, fortdauernd aktualisiert und erweitert. [Deutsch].

eBook Formate
Das PDF entspricht im Layout der Druckdarstellung, das EPUB wird dynamisch an die genutzte Bildschirmgröße angepasst.

eLearning (auch E-Lernen)
Beim elektronisch unterstützten Lernen kommen elektronische und digitale Medien zum Einsatz.

ESM (Electronic Supplementary Material)
Zusätzliches Material (z.B. zusätzliche Abbildungen oder Tabellen, detaillierte Studienergebnisse, Datensätze, Videos), das digital zur Verfügung gestellt wird (z.B. mit der Online-Version eines Zeitschriftenartikels).

Hogrefe eContent
Die Zeitschriftenplattform der Hogrefe Verlagsgruppe. Hier können Sie in 54 Fachzeitschriften recherchieren und einzelne Artikel oder Hefte als Onlineprodukte erwerben. [Deutsche, englische und französische Inhalte].

Hogrefe eLibrary
Die eBook-Sammlung der Hogrefe Verlagsgruppe für Institutionen und Bibliotheken mit über 1.600 lieferbaren Titeln. [Deutsche und englische Inhalte].

Hogrefe OpenMind
Das verlagseigene Open Access-Modell. Alle Informationen finden Sie hier.

Impact Factor
Eine Zahl, die den Einfluss einer wissenschaftlichen Zeitschrift darstellt, in dem Zitierungen gemessen werden. Dabei wird gewertet, wie häufig im Durchschnitt ein in dieser Zeitschrift veröffentlichter Artikel in anderen Zeitschriften zitiert wird. Der Impact Factor wird häufig für die relative Bedeutung einer Zeitschrift in ihrem Fach verwendet. Zeitschriften mit höheren Einflussfaktoren werden zumeist als wichtiger angesehen als solche mit niedrigeren. 

Die Berechnung erfolgt auf Grundlage der beiden vorausgegangenen Jahren: Impact Factor in Jahr X = [Anzahl Zitate in Jahr von den in den Jahren X-1 und X-2 erschienenen Artikeln] : [Artikel-Gesamtzahl der Zeitschrift in den Jahren X-1 und X-2]

KUDOS
Plattform mit Tools für Zeitschriftenautoren. Autoren können ihren Beitrag erklären, ihn verlinken und ihn mit einem weltweiten Netzwerk von Forschern sowie einem breiteren Publikum teilen. Ein Überblick bietet die persönliche Autorenoberfläche und zeigt, wie der Artikel in sozialen Netzwerken geteilt wird. Kudos steht Wissenschaftlern kostenfrei zur Verfügung.

Langzeitarchivierung (auch bekannt als „Dark Archives“)
Mit dem Ziel digitale Publikationen zu erhalten, bieten diese Dienste in Kooperation mit Verlagen den subskribierenden Bibliotheken die Möglichkeit, Inhalte auch dann zu beziehen, wenn der Zugriff über den Verlag nicht mehr möglich sein könnte. 

Viele Hogrefe-Zeitschriften werden bei der Non-Profit-Organisation Portico archiviert. Eine vollständige Liste unserer bei Portico archivierten Zeitschriften ist auf der Portico-Website zu finden

Metadaten
Strukturierte Datensätze zum Produkt. Beispiele: Bei Büchern sind das die bibliographischen Datensätze mit Warengruppen, die Buchhandlungen übernehmen (Onix); bei Bibliotheken werden diese anders übermittelt und bei elektronischen Ressourcen mit Deeplinks versehen (MARC); Zeitschriftenartikel werden in einem anderen Format (Jats) zur Verfügung gestellt. Metadaten werden an eine Vielzahl von Discovery-Diensten verteilt.

Open Access
Open Access: Veröffentlichung von Artikeln, Zeitschriften und eBooks, die das online Lesen auch ohne Bezahlung oder technische Zugriffsbarrieren ermöglicht. 

  • „Goldenes Open Access“: die Erstveröffentlichung erfolgt OA, meist finanziert durch APC (siehe dort)
  • „Grünes Open Access“: zeitgleiche oder nachträgliche Zweitverwertung, neben oder nach der Veröffentlichung der „Version of record“, z.B. die übermittelte oder akzeptierte Manuskriptfassung, meist kostenfrei. Hier finden Sie die Nutzungsrichtlinien bei Hogrefe
  • Hybrides Modell: Publikationsmodell, bei dem zusätzlich zu den Artikeln in Subskribtionsangeboten auch OA-Artikel in einer Zeitschrift veröffentlicht werden 

Siehe auch → APC → Version of record  → Hogrefe OpenMind

Open Educational Resources
Frei zugängliche Lern- und Lehrmaterialien.

Open Material
Frei zugängliche Bilder, Videos, Statistiken, Forschungsergebnisse. 
Siehe auch → ESM

Open (Research) Data 
Frei zugängliche Forschungsdaten und Normdaten.

Wenn in Artikeln und Büchern wissenschaftliche Erkenntnisse der Forschung zusammengefasst werden, basieren diese häufig aus Auswertungen von Forschungsdaten. Im Sinne des Open Access Gedanken wird vermehrt der barriere- und kostenfreie Zugang dazu gefordert, um anderen Wissenschaftler zu ermöglichen, diese Erkenntnisse nachzuvollziehen oder diese Studien für andere Fragestellungen heranzuziehen. Das Forschungsdatenmanagement erfordert eine entsprechende Speicherung und den Verweis innerhalb der dazugehörigen Zeitschriftenartikel. Dem Datenschutz von personenbezogenen Daten kommen besondere Anforderungen zu.

Innerhalb des Hogrefe Zeitschriften-Portfolios weisen bereits mehrere Zeitschriften auf diese Möglichkeiten hin. Bitte sehen Sie sich dazu die jeweiligen Autoren-Richtlinien an.

Siehe auch → Open Science → ESM

Literatur: Der Umgang mit Forschungsdaten im Fach Psychologie Konkretisierung der DFG-Leitlinien Im Auftrag des DGPs Vorstands (17.09.2016). Felix Schönbrodt, Mario Gollwitzer und Andrea Abele-Brehm , Psychologische Rundschau Jan 2017, Vol. 68, Issue 1, pp. 20-35 

Open Science (Öffentliche oder auch Offene Wissenschaft)
Open Science bündelt als Begriff die „Open“-Ideen, um alle Komponenten des wissenschaftlichen Prozesses online und ohne Barrieren zugänglich zu machen.

Open Source
Software, deren Quelltext öffentlich ist, und die kostenfrei genutzt und in manchen Fällen auch modifiziert werden kann.

ORCID (Open Researcher and Contributor ID)
Eine international anerkannte, persönliche ID vornehmlich für Wissenschaftler und Beiträger, die (unter anderem) Verwechslungen auf Grund des gleichen Namens ausschließen soll.

Outreach
Wissenschaftskommunikation an Multiplikatoren, um die Reichweite der Inhalte zu vergrößern.

(Pre-)Registered reports / (Prä-registrierte Studien)
Im Sinne des Open Science' Gedanken (siehe oben) soll mit der Einreichung der Reports die Publikationsverzerrung ("publication bias") vermieden werden, die zu mehr positiven Ergebnissen führen soll. Ein Manuskript (einschließlich der Theorie, der Methoden, der Hypothesen usw.) wird eingereicht, überprüft und zur Veröffentlichung vor der Recherche akzeptiert. Dieses Manuskript wird oft als "Stufe 1" oder "vor-registriertes" Manuskript bezeichnet. Sobald die Forschung durchgeführt wurde, werden die letzten Bestandteile der Arbeit (z. B. Ergebnisse, Schlussfolgerung) ergänzt und das endgültige  Papier ("Stufe 2")wird in der Zeitschrift veröffentlicht.

Innerhalb des Hogrefe Zeitschriften-Portfolios weisen bereits mehrere Zeitschriften auf diese Möglichkeiten hin. Bitte sehen Sie sich dazu die jeweiligen Autoren-Richtlinien an.

ScienceOpen
ScienceOpen ist eine Plattform für Wissenschaftler, auf der sie verlagsübergreifend Artikel recherchieren können. Dabei werden z.B. Literaturverweise miteinander verlinkt, um kontextuelle Informationen für die wissenschaftliche Gemeinschaft zu erschließen. Nutzer können zudem Artikel kommentieren, sowie Empfehlungen und post-publication peer reviews hinzufügen. Zu jedem Artikel werden Online-Zitierungen, Altmetric™ Scores, Nutzerzahlen, Bewertungen und Shares gemessen. 

Text- und Data Mining
Mit Hilfe von auf Algorithmen basierenden Analyseverfahren werden maschinenlesbare Daten (Texten, Bildern, Messdaten, etc.) nach Mustern und Bedeutungsstrukturen untersucht. So kann aus zumeist schwachen Daten mehr Inhalt gezogen werden, bestenfalls sollen These anhand der neu gewonnen Datengrundlage überprüft oder sogar darüber hinaus entwickelt werden können.  

Version of record
Auch Verlagsfassung, vom Verlag veröffentlichter Artikel.