Dieses Fachbuch untersucht, wie Männer Gesundheit leben und Männlichkeit konstruieren. Basierend auf 40 Interviews verbindet es Gendertheorie mit Praxis – für Fachkräfte in Pflege, Public Health und Geschlechterforschung.
Beschreibung
Wie gehen Männer mit ihrer Gesundheit um – und welche Rolle spielen gesellschaftliche Vorstellungen von Männlichkeit? Frank Luck untersucht diese Frage auf Basis einer Studie mit 40 Interviews, entstanden im Rahmen eines vom Schweizerischen Nationalfonds geförderten Forschungsprojekts am Zentrum Gender Studies der Universität Basel.
Das Fachbuch richtet sich an Forschende und Studierende der Geschlechterforschung, Gesundheitswissenschaften, Pflegewissenschaft und Medizinsoziologie sowie an Fachkräfte in Prävention und klinischer Praxis. Im Zentrum steht die These, dass Gesundheitshandeln kein biologisch vorgegebenes Verhalten darstellt, sondern ein Prozess, in dem Männlichkeit hergestellt und verhandelt wird. Gestützt auf Bourdieu und Maihofer analysiert der Autor drei Felder: die Rolle von Vätern als normative Instanz für das Gesundheitsverständnis ihrer Söhne, Sport als Arena der Leistungsvergewisserung und Körperkontrolle sowie die Verschränkung von Gesundheit mit neoliberalen Anforderungen an Selbstoptimierung.
Die Studie zeigt, wie Männer zwischen emanzipatorischen Freiheitsversprechen und strukturellen Zwängen navigieren. Damit liefert das Werk einen Beitrag zur geschlechtssensiblen Gesundheitsforschung und bietet Impulse für eine Praxis, die Männer jenseits homogenisierender Stereotypen in ihren realen Lebenswelten erreicht.