Dieses Fachbuch analysiert Über-, Unter- und Fehlversorgung im Schweizer Gesundheitswesen. 28 Expert*innen beleuchten systemische Fehlanreize, fordern nachhaltige Medizin und liefern Handlungsempfehlungen für alle Akteur*innen.
Das Schweizer Gesundheitswesen zählt zu den leistungsfähigsten weltweit – und zu den teuersten.
Doch führt mehr Medizin zu besserer Gesundheit? Dieser Sammelband analysiert Über-, Unter- und Fehlversorgung. Schätzungen zufolge fließen jährlich rund sechs bis sieben Milliarden Franken in Leistungen ohne nachweisbaren Nutzen für Patient*innen. 20 Beiträge von 28 Fachleuten aus Medizin, Pflege, Versicherungswesen, Politik, Patientenschutz und Wissenschaft beleuchten die strukturellen Ursachen. Dabei werden Fehlanreize durch Fallpauschalen und Einzelleistungsvergütungen ebenso untersucht wie die Arzt-Patientinnen-Beziehung, Defensivmedizin und die Vernachlässigung präventiver Maßnahmen.
Das Werk richtet sich an Entscheidungsträgerinnen in Gesundheitspolitik und -management, an Ärzt*innen, Pflegefachpersonen, Versicherer sowie Studierende der Gesundheitswissenschaften. Es bietet Handlungsempfehlungen für den Wandel von mengenorientierter Maximalmedizin hin zu einer am Patient*innennutzen ausgerichteten Versorgung. Die Stärke liegt in der Multiperspektivität: Gegensätzliche Positionen stehen gleichberechtigt nebeneinander und ermöglichen eine differenzierte Auseinandersetzung mit einer der drängendsten Herausforderungen des Schweizer Gesundheitssystems.