Franz Inauen schildert sein Leben mit Demenz aus der Innenperspektive – durch Texte und Kreidezeichnungen. Ein Zeugnis über Identität, Angst und Hoffnung, ergänzt durch Stimmen von Angehörigen.
Franz Inauen war Seelsorger, Religionslehrer und Pfarreileiter, als ihn 2013 die Diagnose einer demenziellen Entwicklung traf. Statt zu schweigen, entschied er sich für Offenheit. Mit Kreidezeichnungen und Texten dokumentiert er, was es bedeutet, die eigene Identität schrittweise zu verlieren – und dennoch nach Sinn, Würde und Verbundenheit zu suchen.
„Demenz – Eins nach dem anderen" ist ein autobiografisches Zeugnis, das die Innenperspektive einer Demenzerkrankung in der Frühphase sichtbar macht. Die 85 poetischen und zeichnerischen Beiträge kreisen um existenzielle Themen: den Kampf gegen das innere Chaos, die Angst vor Kontrollverlust, das Ablegen des Leistungsdenkens und die spirituelle Suche nach Halt im Glauben. Ergänzt wird Inauens Perspektive durch die Stimmen seiner Ehefrau Bernadette, seines Arbeitgebers und weiterer Begleiter*innen. Dieser multiperspektivische Ansatz verleiht dem Werk Tiefe und Glaubwürdigkeit.
Der Ratgeber richtet sich an Betroffene und Angehörige ebenso wie an Pflegefachpersonen, Therapeut*innen und Seelsorger*innen, die ein Verständnis für das subjektive Erleben von Demenz gewinnen möchten – und an alle, die sich mit Fragen des Alterns, der Würde und der Kraft kreativer Ausdrucksformen auseinandersetzen. Ein Buch, das zeigt: Demenz bedeutet nicht das Ende des Menschseins, sondern den Beginn eines anderen, langsameren Weges.